23.06.2015

Das Internet der Dinge ist eine große Chance für die IT

Das Licht im Haus, das sich von selbst anschaltet, wenn ich in WLAN-Reichweite meines eigenen Hauses komme. Das Auto, das bemerkt, dass ich einen sicheren Fahrstil pflege, und diese Daten an die Versicherung meldet, damit ich in den Vorzug eines günstigeren Versicherungstarifs komme. Was für manchen noch nach Zukunftsmusik klingt, ist in der Welt des „Internet der Dinge“ schon Wirklichkeit. Maschinenteile, die sich selbständig melden, bevor sie verschleißen, oder Verbrauchsartikel im Haus, die automatisch nachbestellt werden, wenn sie zur Neige gehen, wie z.B. Rasierklingen oder Kaffeepads.

Beide Seiten, sowohl die „Dinge“- und Maschinenhersteller, als auch die IT-Unternehmen rüsten auf, um im Megatrend vernetzter Dinge mitzumischen.

  • Google beispielsweise hat im Januar 2014 für mehr als 3 Mrd. US-Dollar den innovativen Hersteller von Rauchmeldern und Heizungsthermostaten Nest übernommen2 und verbindet das IT-Know-how von Google mit dessen Geräten, um diese Hausgeräte neu zu erfinden. Ein Beispiel: Die Heizung regelt sich selbstständig und senkt die Temperatur, wenn kein Familienmitglied mehr im hauseigenen WLAN angemeldet und damit das Haus leer ist.
  • Konzerne wie Bosch3, Bosch Siemens Hausgeräte, General Electrics und andere stocken ihre Teams mit ICT-Experten auf, um ihrerseits im IoT dem Megatrend vernetzter Hausgeräte mit eigenen Lösungen zu begegnen.
  • Die DB Systel GmbH, IT-Tochter der Deutschen Bahn, arbeitet mit Hochdruck an Verfahren zu Predictive Maintenance4, also der voraussagenden Wartung, damit z.B. die Verschleißteile des ICEs selbst melden, wenn sie Gefahr laufen auszufallen. So können die Techniker der Bahn das vom Ausfall bedrohte Teil austauschen, bevor der ICE selbst zum ungeplanten Stillstand kommt.

Damit setzt sich die Vernetzung der beiden Welten in schnellem Tempo fort. Maschinenteile, Geräte oder Haustechnik erhalten durch diese Entwicklung einen immer größeren Anteil an Technologie-Komponenten. Aber wer ist denn dann zuständig, wenn die Heizung nicht mehr funktioniert, weil der Thermostat keine Verbindung mehr zum WLAN-Netz aufbaut? Rufe ich den IT-Helpdesk oder den Facility Manager um Hilfe? Wie bekomme ich IoT-aktivierte Endgeräte in den Betrieb? Welche Plattformen sollen verwendet werden, um die vernetzten Geräte miteinander kommunizieren zu lassen? Welche Geräte dürfen sich im firmeneigenen Netz einwählen, und wer ist für die Sicherheit der Netze verantwortlich, damit Hacker z.B. nicht in die Heizungssteuerungsanlage eindringen oder Rauchmelder-Alarme auslösen können? Unterliegt diese Aufgabe der IT oder der Haustechnik?

Gefragt bei der Vernetzung der beiden Welten sind hybride Skill-Sets. Die Verantwortungsbereiche zwischen IT Service Management und Enterprise Service Management verschwimmen mit dem IoT zunehmend. Für die IT ist das eine Chance: Der IT-Dienstleister kann sich zum Enterprise-Service-Dienstleister entwickeln und sein Tätigkeitsumfeld ausweiten. Die Erfassung der IoT-fähigen Assets, deren Verfolgung sowie deren Management ist dabei eine Grundvoraussetzung. Die Tools dafür sind in der IT schon vorhanden: Die „klassischen“ IT-Service-Management-(ITSM-)Lösungen für Asset Management, Incident Management und Monitoring können durch eine Erweiterung um Non-IT-Kategorien auch für die neuen IoT-Devices mitgenutzt werden. Die Management-Prozesse und Prozessteilnehmer wie der IT Service Desk sind ebenfalls schon vorhanden und können leicht in der Welt der IoT eingesetzt werden.

Ein Beispiel aus unserem Kundenkreis: Die Baudirektion Kanton Zürich setzt die ITSM-Suite USU Valuemation schon seit einigen Jahren als zentrale Lösung für die interne Auftragserfassung und den Kundendienst in verschiedenen Bereichen ein – sowohl in der IT, als auch im Non-IT-Bereich wie im Immobilienamt, im Bereich Human Resources und im Tiefbauamt. Erfahren Sie im Anwenderbericht, wie die IT des Kantons Zürich mit ihrem Lösungsangebot ihren Einfluss auf die Nicht-IT-Welt erweitert hat, die Kundenzufriedenheit bei Non-IT-Kunden gesteigert und durch diese Synergieeffekte signifikante Kosteneinsparungen erzielen konnte.

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Das IT Service Management verliert mehr und mehr das „IT“ in seinem Namen und hat nun die Chance, im Unternehmen als Enterprise Management eine deutlich wichtigere Rolle zu spielen.


Quellen:

1Research Guide: The Top 10 Strategic Technology Trends for 2015”, David W. Cearley u.a., Gartner, Inc. – 20.01.2015

2Google kauft Rauchmelder-Firma Nest”, FAZ.NET/Reuters – 14.01.2014 

3Bosch sucht in diesem Jahr 12 000 Akademiker“, Handelsblatt Nr. 059 vom 25.03.2015

4Predictive Maintenance – Anwendungsfeld für Methoden der Predictive Analytics als Teil von Industrie 4.0“, Ingo Schwarzer, Chief Technology Officer, DB Systel GmbH – 11.12.2014

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